Kloster

Am 10.04.2000, einem wunderbaren Tag mit tiefblauem Himmel, wurde der Grundstein auf tibetanische Weise gelegt und alle Mächte der Erde wurden zum Gelingen des Projektes gerufen.

Der Bau wurde nach alten Plänen und auf ursprüngliche Art und Weise ohne Einsatz von modernen Maschinen gestaltet. Nach Ende des Bodenfrostes im Mai 2000 wurde das Fundament ausgehoben. Dabei unterstützten Frauen und Männer der naheliegenden Dörfer den Bau durch ihr jeweiliges Fachwissen und ihren engagierten Arbeitseinsatz. Auf einer gesunden und festen Basis ist das Erdgeschoss gemauert. Mit sicherem Augenmaß wurde Stein auf Stein gesetzt. Die Mauer gleicht einem großen Puzzle, es fand sich immer der passende Stein.

Die Arbeiter, die sich zum größten Teil aus den Dorfbewohnern zusammensetzten, gestalteten dabei ihr persönliches Kunstwerk zum Wohle der Menschheit. Der Bau wurde durch viel Glück und Segen bei der Arbeit begleitet.

In einem späteren Interview sagte Initiator Roland Wieser, der bei den Entstehungsarbeiten häufig mit vor Ort war und sich selbst daran beteiligte, dazu: „Himmel und Erde wachsen hier zusammen. Gesegnet sei die Arbeit und das geduldige fröhliche „Basteln“ der Künstler bei der Fertigstellung des 2. Obergeschosses. Die göttliche Energie zieht den Bau förmlich nach oben und begünstigt die enorme Leistung der beteiligten Handwerker. Stolz präsentiert sich der Neubau der Welt.“

Noch im Sept. 2000, bevor der erste Schnee fiel, konnte mit dem Innenausbau begonnen werden. Die Außenanlagen wurden geplant, alle notwendigen Materialien beschafft. Ende Oktober mussten mit dem Wintereinbruch die Baumaßnahmen jedoch zunächst eingestellt werden.

Im Frühjahr 2001 konnte es nach der Schneeschmelze weitergehen, sodass am Pfingstsonntag, den 3.6.2001, das Kloster unter Anwesenheit von vielen Freunden und der einheimischen Bevölkerung eingeweiht werden konnte. Der Traum wurde wahr.

Das Kloster kann bis zu 15 Personen in 6 Gästezimmern beherbergen. Es gibt drei Badezimmer mit Dusche und westlicher Toilette.

Weiterhin gibt es einen Meditationsraum, eine Bibliothek und einen großen Gemeinschaftsraum, in dem die Gäste mit ladakhischen Speisen bewirtet werden.

Ein idealer Ort, um in der heute hektischen Zeit, zu innerer Ruhe und Gelassenheit zu finden, sich auf die wesentlichen Dinge des Lebens zu fokussieren. „Es ist der beste Platz für aktives Nichtstun“ sagt Roland Wieser. „Begib dich in den Schoß der Mutter Erde, verharre dort, schlage Wurzeln und warte ab, was passiert, wenn nichts passiert! Dann kommen die Lösungen und Antworten vor deinen Fragen.“